Studiengangs-Informationen
(Sozialwissenschaften, Soziologie)

Womit beschäftigt sich die Soziologie?

Die Soziologie beschäftigt sich - wie auch die Sozialwissenschaften - mit den Voraussetzungen, Formen und Entwicklungsprozessen gesellschaftlicher Strukturen und Systeme, analysiert unterschiedliche Formen menschlichen Zusammenlebens und untersucht soziale Beziehungs- und Abhängigkeitsverhältnisse, die zwischen Individuum und Gesellschaft sowie den Menschen untereinander bestehen.

Die Untersuchungsgegenstände der Soziologie können dabei gesamtgesellschaftliche Strukturen und Prozesse, unterschiedliche Gesellschaftssysteme sowie auch einzelne abgrenzbare Institutionen oder Teilbereiche der sozialen Realität (z.B. Familie, Stadt, Betrieb, Verbände, Institutionen) sein.

Um Aussagen zu einzel- und gesamtgesellschaftlichen Strukturen und Prozessen treffen zu können, müssen sich Studierende der Soziologie kritisch mit verschiedenen Gesellschaftstheorien und theoretischen Begriffen und Konzepten der Soziologie beschäftigen und sich sowohl mit quantitativen als auch mit qualitativen Methoden der empirischen Sozialforschung auseinandersetzen.

Als eigenständige Wissenschaft steht die Soziologie in enger Verbindung zur Wirtschaftswissenschaft (Sozialökonomie), Philosophie, Ethnologie, Psychologie, Pädagogik und insbesondere zur Politikwissenschaft.


Wie ist das Studium inhaltlich aufgebaut?

Das Studium der Soziologie ist durch keinen verbindlichen Studienverlaufsplan geregelt. Die Studienordnung lässt dem Studierenden die Möglichkeit, den Inhalt seines Studiums relativ frei zu gestalten und Schwerpunkte selbst zu setzen. Es empfiehlt sich, eines der eingangs genannten benachbarten Fächer erheblich zu vertiefen. Das Studium der Sozialwissenschaften für das Lehramt in Sozialkunde ist stärker politikwissenschaftlich als soziologisch orientiert.

Das Bachelor-Studium führt in der Regel nach drei Jahren zu einem ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss. Das anschließende Master-Studium führt im Regelfall nach zwei Jahren zu einem forschungs- oder anwendungsorientierten zweiten Hochschulabschluss. Wird ein Berufsziel im Bereich der Wirtschaft oder anderen Berufsfeldern angestrebt, können bereits mit dem Bachelorabschluss entsprechende Tätigkeiten und Aufgaben übernommen werden. Liegt das Berufsziel im Bereich der Forschung muss in der Regel ein Bachelor- und ein Masterstudium absolviert werden.

Das Lehrangebot an den einzelnen Universitäten ist jedoch sehr unterschiedlich, weshalb der Ort des Studiums besonders sorgfältig ausgewählt werden sollte. An manchen Universitäten werden auch Studiengänge mit einem besonderen Schwerpunkt, z.B. in den Wirtschaftswissenschaften, direkt angeboten (Studienmöglichkeiten).


Lehrveranstaltungen der Universität Oldenburg

Welche Zielsetzung hat das Studium der Soziologie?

Das Studium der Soziologie soll die Studierenden zu selbständigen, methodisch reflektiertem soziologischen Denken, insbesondere zur wissenschaftlichen Bearbeitung gesellschaftlichen Probleme befähigen. Das Studium soll den Studierenden eine beruflich verwertbare soziologische Qualifikation vermitteln. Über das allgemeine sozialwissenschaftliche Studienziel hinaus, soll das Studium dazu beitragen, dass die Folgewirkungen des beruflichen Handelns auf die soziale Wirklichkeit in der späteren Berufspraxis mit reflektiert werden können.


Welche Voraussetzungen werden erwartet?

Interessierte, die den Studiengang Soziologie studieren wollen, sollten sich für gesellschaftliche Themen und soziale Zusammenhänge interessieren. Die Arbeits- und Denkweise der Soziologie setzt ferner die Bereitschaft voraus, sich in Situationen und Probleme anderer einzufühlen, zugleich von Alltagserfahrungen zu abstrahieren und auf komplexere gesellschaftliche Zusammenhänge hin zu betrachten und zu analysieren.

Englische Sprachkenntnisse müssen (in der Regel) nicht nachgewiesen werden, sind aber zum Studium sozialwissenschaftlicher Literatur dringend erforderlich.


Welche Tätigkeitsfelder werden durch das Studium der Soziologie eröffnet?

Das Studium der Soziologie qualifiziert u.a. für Tätigkeiten in der öffentlichen Verwaltung und im Sozialwesen, in Parteien, Verbänden und Kammern, im betrieblichen Sozialwesen, in den Massenmedien, in der außerschulischen Jugendarbeit, in der Erwachsenenbildung, in internationalen Organisationen, in der Meinungs- und Marktforschung sowie im Bereich der sozialwissenschaftlichen Forschung und Lehre.

Da ein eigenständiges Berufsfeld für Soziologen nicht existiert, bildet das Soziologiestudium nicht auf ein spezielles künftiges Berufsfeld hin aus. Ziel der Ausbildung ist vielmehr eine generalistische Qualifikation, die für verschiedene Tätigkeitsfelder befähigt, wobei sich die Soziologen aber im Wettbewerb mit Absolventen anderer Studiengänge wie Politikwissenschaft, Wirtschaftswissenschaften, Rechtswissenschaften und Erziehungswissenschaften befinden.

Vertiefende Schwerpunkte, die für spezifische sozialwissenschaftliche Tätigkeitsfelder qualifizieren, können bereits im Studium gesetzt werden.